Weltfriedenspreis 2006
Die Verleihung des Weltfriedenspreises der World Choir Games 2006
Der Präsident der World Choir Games Günter Titsch (links) übergab gemeinsam mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Walter Scheel (Mitte) den Weltfriedenspreis der World Choir Games an den "Chorkönig" Gotthilf Fischer (rechts).
Laudatio
Die Preisverleihung begleitet das Gremium der World Choir Games mit nachfolgender Feststellung und Begründung:
Für den Frieden spielt die Überwindung von Grenzen eine ganz besondere Rolle. Dies gilt für Nachbarn, Gesellschaften, Staaten, Religionen und Sprachen. Um Grenzen zu markieren, hat der Mensch vielerlei erfunden: Schlagbäume, Zäune, Mauern, Minenfelder und Vorschriften. Ob Chinesische Mauer, Limes, Atlantikwall oder Eiserner Vorhang – sie alle sollten Mächtige und ihre Interessen schützen oder Menschen und Ideen voneinander trennen. Sie alle haben den Veränderungen der Geschichte nicht standgehalten.
Zu allen Zeiten gab es aber auch die Grenzgänger. Menschen, die mit Worten und Taten Mauern geschleift und Grenzen überwunden haben. Menschen, die dafür gesorgt haben, dass der „Grenzverkehr“ zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Religion und Lebensform lebendig bleibt, dass Begegnung, ja gegenseitige Bereicherung, möglich wird.Gotthilf Fischer ist seit Jahrzehnten ein Mensch, der mit und durch die Musik Grenzen überwunden und Menschen zueinander geführt hat. Er hat mit seiner Musik geistige Brücken gebaut, damit der „Grenzverkehr“ zwischen den Kulturen, Völkern und Religionen neue Impulse erfährt. In seiner musikalischen Arbeit finden der Gedanke der Akzeptanz und der Achtung vor dem Anderen sowie die Bemühungen um den Frieden in der Welt eindrucksvoll ihren Ausdruck. Wegen seiner weltweiten Bemühungen wurde er bereits im Jahre 2000 zum Botschafter der World Choir Games berufen. Mit seinem vorbildlichen Engagement leistet er einen großen Beitrag zur Erhaltung des Friedens auf der ganzen Welt, wobei wir hier nur einige Stationen auf seiner „Straße des Friedens“ hervorheben möchten:
- Sein Konzert der Fischer-Chöre im Rahmen der Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 1974 in München.
- Seine Konzerte auf dem Petersplatz in Rom anlässlich dreier Päpstlicher Empfänge (Audienzen) im Vatikan in den Jahren 1976, 1980 und 1982.
- Seine Komposition „Weltfriedensmesse“, die er anlässlich eines Empfanges im Jahre 1978 an den damaligen Präsidenten der Vereinigten Staaten Jimmy Carter übergab.
- Seine völkerverbindenden Konzertreisen unter anderem nach Ägypten, Israel, Ungarn und in viele andere Länder der Welt.
- Seinen engagierten Einsatz im Rahmen der World Choir Games in Linz, Österreich (2000), Busan, Südkorea (2002), Bremen, Deutschland (2004) und Xiamen, China (2006).
Mit der Verleihung des Weltfriedenspreises 2006 wünscht das Gremium der World Choir Games Herrn Gotthilf Fischer auch weiterhin Gesundheit, Kraft und Energie, um noch viele Jahre als Vorbild für Kultur, Politik und Religion zur Förderung des Friedens auf der ganzen Welt tätig sein zu können.
Ehemaliger Bundespräsident, Walter Scheel, gratuliert Gotthilf Fischer









